Was passiert mit der Liebe zweier Dualseelen, wenn das Gehirn des einen nicht mehr richtig funktioniert? Am seidenen Faden ist sowohl thematisch als auch ästhetisch ein ungewöhnlicher Film. Es ist die autobiografische Geschichte einer jungen Liebe im Aus-nahmezustand. Der Schlaganfall kommt unerwartet. Er vernichtet alle Zukunftspläne. Kurz nach seiner Hochzeit erleidet der 33-jährige charismatische Cellist Boris Baberkoff in New York einen schweren Schlaganfall. Seine Frau, die Regisseurin Katarina Peters, greift intuitiv zu ihrer Kamera – um den Schock zu überstehen, beginnt sie zu filmen. Sie dokumentiert den außergewöhnlichen Heilungsprozess ihres Mannes. Es entwickelt sich das Bild einer Beziehung im Ausnahme-zustand. Aber statt sich von den Problemen des Alltags überwältigen zu lassen, findet das Paar kreative Kräfte und die Musik wieder, und erkennt darin neue Hoffnung für ihre Zukunft. «Am seidenen Faden» ist eine autobiografische Dokumentation ohne Schnörkel und unmittelbar am Leben, schonungslos und brutal, doch trotzdem unglaublich schön – weil es einem scheint, als könnte man dem Leben selbst unmittelbar ins Auge blicken. Und das ist trotz aller Grausamkeit der Schicksalsschläge trotzdem letztlich und immer wieder schön – wenn man liebt und aus der Kraft dieser Liebe kämpfen möchte. Beeindruckt bleibt man zurück angesichts der vor Augen geführten Zerbrechlichkeit des Lebens – und der Macht der Liebe.
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