«Zwischen kosmisch und komisch liegt in der Tat oft nur die Breite eines Buchstabens.» «Wie will ein ernsthaft Interessierter die Spreu vom Weizen trennen, in der Fülle der Verdrehungen und Belanglosigkeiten das wirklich Essentielle aufspüren, wie will er verhindern, dass er auf bunte Verpackungen und lockende Werbetexte hereinfällt, auf blendende Sensationen und pseudowissenschaftliches Ablenken vom eigentlichen spirituellen Pfad? Im Grunde ist die Wahrheit so geheim wie eh und jeh, nur ist sie heute nicht mehr im Untergrund, sondern inmitten einer Unzahl billiger Kopien verborgen. Gibt es ein besseres Versteck für einen Schatz? Wer unterscheidet noch zwischen Unverfältschtheit und Scharlatanerie, zwischen Spiritualität und faulem Zauber? Die Esoterik ist vogelfrei, der Begriff nicht geschützt, die Protagonisten unangreifbar. Nirgends ist es so einfach, sich zu profilieren wie auf einem Gebiet, das sich jeder Überprüfbarkeit entzieht. Die kommerzielle Ausbeutung des Spirituellen lenkt viele Sucher vom Weg ab oder hält sie auf den untersten Stufen geistiger Entfaltung fest, führt sie direkt vom ersten Aufkeimen eines Interesses für die Dinge jenseits der sichtbaren Realität in die bequeme und faszinierend schillernde Sackgasse einer banalen und nutzlosen Jahrmarktsmetaphysik. Lieber Leser – Ihr Streben nach innerer Wahrheit ist zu kostbar, um es für ein paar bunte und schnelle Erfahrungen, einige sentimentale Hochgefühle, pseudomystischen Realitätsverlust, bigotte Liebesschwärmereien oder ein wenig exotischen Klimbim preiszugeben. Bei der eigentlichen spirituellen Suche geht es um mehr als «gute Schwingungen» im kommerziellen Getriebe der modischen eosterischen Schnellimbiss-Mentalität. Spiritualität ist nicht «astrali banali», sondern ein ernsthafter, nicht immer leichter und angenehmer Weg in die Wahrheit des Selbst.» Eine brisante Streitschrift, 1992 verfasst – heute, rund 20 Jahre danach, bedenklich-aktueller denn je. |
|
|||||||||||||||||||